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2.5.1.3. Validität qualitativer Forschung

Der Validitätsbegriff

Da die Zweifel an der Gültigkeit von Forschung im Allgemeinen sowie von Forschungsinstrumenten und Forschungsergebnissen im Besonde­ren tief ins „Herz" eines jeden Wissenschaftlers treffen, soll der Validi­tätsbegriff an der Stelle noch einmal reflektiert werden: Der Begriff „Validität" (vom Lat. „validus: stark, wirksam, gesund) sagt - einfach gesprochen - aus, dass man als Forscher das erfassen sollte, was man auch erfassen will bzw. zu erfassen vorgibt (und nicht etwas anderes). Man unterscheidet vor allem die externe Validität von der internen Validität und der Konstrukt-Validität - eine Unterscheidung, die aus der quantitativen Forschung kommt:

  1. Externe Validität meint die Übereinstimmung zwischen dem unter­suchten Gegenstand und dem Gegenstand, über den man Aus­sagen machen will, was entscheidend ist für die Generalisierbarkeit der Ergebnisse. Fragen der externen Validität sind auch für die qualitative Forschung relevant.
  2. Interne Validität liegt vor, wenn es (meist bei Experimenten) ge­lingt, die Störvariablen (also diejenigen Variablen, die man nicht untersuchen will) zu kontrollieren. Die so definierte interne Validi­tät spielt in der qualitativen Forschung keine Rolle.
  3. Konstrukt-Validität schließlich bezieht sich auf die Gültigkeit eines eingesetzten Instruments (und damit auf die bekannte exempla­rische Frage, ob ein Intelligenztest wirklich Intelligenz misst). Die messtheoretische Auslegung dieses Validitätsbegriffs ist für die qualitative Forschung nicht wichtig. Dass aber auch qualitative Er­hebungsverfahren Gültigkeit für den untersuchten Gegenstand oder die untersuchten Menschen haben müssen, dürfte außer Frage stehen.

Validierung in der qualitativen Forschung

In der qualitativen Forschung geht es weniger um die Gültigkeit von Messungen und Messinstrumenten als vielmehr um die Gültigkeit von Interpretationen, damit aber auch um die Gültigkeit von Verallgemei­nerungen und durchaus auch (s.o.) um die Gültigkeit von eingesetzten Methoden. Eine große Rolle spielt die in der quantitativen Forschung wenig thematisierte ökologische Validität, die die Übereinstimmung der Untersuchungsbedingungen mit den natürlichen Umweltbedingun­gen der untersuchten Personen oder Phänomene meint. Unterschieden werden mehrere Verfahren zur Feststellung von Validität, was man als Validierung bezeichnet. Validierung zielt in der qualitativen Forschung darauf ab, einen Konsens herzustellen; typische Verfahren sind:

  1. Konsensuelle Validierung: Konsensherstellung zwischen verschie­denen Forschern beim Auswerten.
  2. Kommunikative Validierung: Konsensherstellung zwischen For­schern und „Beforschten" im Feld.
  3. Argumentative Validierung: Konsensherstellung zwischen For­schern und außenstehenden Personen.